Gastronomie und Hotellerie tragen dichte Publikums-, Hygiene- und Sachrisiken: Gäste stürzen, eine behördliche Betriebsschließung stoppt den Umsatz, ein Kühlausfall verdirbt die Ware. Kernschutz sind Betriebshaftpflicht, Inhalts-/Sachversicherung und eine Betriebsschließungs-/Ertragsausfall-Deckung — dazu die betriebliche Versorgung fürs Team, denn in kaum einer Branche ist die Fluktuation so hoch.
Quelle: § 34d GewO · PKV-Verband, 2025Welche Risiken treffen Gastronomie und Hotellerie besonders?
Es sind die Risiken, die aus vollem Betrieb, offener Küche und ständigem Gästekontakt entstehen. Diese fünf tauchen in der Praxis immer wieder auf:
- Personenschäden bei Gästen. Ein Sturz auf nassem Boden, eine allergische Reaktion, eine Lebensmittelinfektion — Personenschäden können schnell fünf- bis sechsstellige Forderungen auslösen.
- Betriebsschließung durch Hygiene oder Behörde. Ein Befund des Gesundheitsamts oder ein meldepflichtiger Erreger kann Ihren Betrieb behördlich stilllegen — bei laufenden Fixkosten und ohne Einnahmen.
- Inventar und Kühlgut. Küche, Theke, Gasträume und Hotelausstattung stecken voller Werte. Fällt die Kühlung aus, ist verderbliche Ware oft in Stunden verloren.
- Betriebsunterbrechung. Nach einem Wasser- oder Feuerschaden steht der Betrieb still — die Miete, Löhne und Kredite laufen weiter.
- Feuer. Fritteuse, Flambieren, Heißgeräte, Wäscherei: Gastro- und Hotelküchen zählen zu den brandgefährdetsten Arbeitsplätzen überhaupt.
Welche Deckungen brauchen Sie konkret?
Nicht jede Police passt auf jeden Betrieb — aber diese Bausteine sind für Gastronomie und Hotellerie der Kern. Je Deckung ein Satz, warum:
- Betriebshaftpflicht. Weil sie Personen- und Sachschäden Dritter auffängt — vom gestürzten Gast bis zum Schaden, den ein Mitarbeiter verursacht.
- Inhalts-/Sachversicherung. Weil sie Einrichtung, Küchentechnik, Warenlager und Kühlgut gegen Feuer, Leitungswasser, Sturm und Einbruch schützt.
- Betriebsschließungsversicherung. Weil sie greift, wenn die Behörde nach dem Infektionsschutzgesetz schließt — je nach Bedingungswerk und Auslöser; der Deckungsumfang gehört genau geprüft.
- Ertragsausfall-/Betriebsunterbrechungsversicherung. Weil sie den entgangenen Gewinn und die weiterlaufenden Fixkosten ersetzt, solange der Betrieb nach einem versicherten Schaden steht.
Wie sieht ein solcher Schaden im Alltag aus?
Ein Beispiel macht greifbar, wie schnell mehrere Deckungen zusammenspielen.
Beispiel (zur Veranschaulichung, kein echter Kundenfall): In einem Restaurant fällt über Nacht die Kühlung aus, die gesamte verderbliche Ware ist am Morgen unbrauchbar. Kurz darauf stürzt ein Gast auf dem frisch gewischten Boden und verletzt sich. Hier greifen im Zusammenspiel die Inhalts-/Sachversicherung (Kühlgut), eine mögliche Ertragsausfall-Komponente (falls der Betrieb dadurch pausiert) und die Betriebshaftpflicht (Personenschaden des Gastes). Ohne diese Bausteine trägt der Betrieb jeden Euro allein — die konkreten Summen hängen vom Vertrag ab und werden im Firmengutachten geprüft.
Warum ist betriebliche Versorgung fürs Team gerade hier so stark?
Weil kaum eine Branche so unter Fluktuation und Fachkräftemangel leidet wie Gastronomie und Hotellerie — und gute Leute zu halten günstiger ist als ständig neue zu suchen. Eine betriebliche Krankenversicherung (bis 50 € monatlich als steuerfreier Sachbezug) oder eine betriebliche Altersvorsorge sind spürbare Extras, die Ihr Team an den Betrieb binden, ohne den Nettolohn direkt zu belasten. In kleinen Betrieben ist dieser Hebel besonders selten genutzt — und wirkt gerade deshalb.
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